Forschungsprojekt im Forschungsbereich C (Editionspraktiken)
“Inscribing Piety”: Patronage und epigraphische Praktiken in indischen und tibetischen Kulturräumen
Das Projekt untersucht die kulturelle und religiöse Bedeutung von Inschriften in Südasien und im tibetischen Kulturraum und leistet zugleich einen Beitrag zur übergreifenden vergleichenden Erforschung von Inschriftentraditionen über Asien hinaus. Es kombiniert philologische, kunsthistorische und digitale Ansätze und zielt in erster Linie darauf ab, digitale Editionen sowie kulturübergreifende Studien zu entwickeln. Der Fokus liegt auf drei Schlüsselregionen und historischen Perioden: 1. Frühhistorisches Südindien, 2. Tibet im zweiten Jahrtausend und 3. Frühneuzeitliches Nepal.
Das indologische Teilprojekt „Monuments of Faith: Patronage and Institution in the Early Inscriptions of the Deccan“, das für einen Postdoc mit Expertise in mittelindoarischen Sprachen, der frühen Brāhmī-Schrift sowie TEI/Epidoc-Codierung ausgeschrieben wird, widmet sich der Integration, Erweiterung und Standardisierung früherer editorischer Initiativen durch die Erstellung des digitalen Korpus „Early Inscriptions of the Deccan“.
Das tibetologische Teilprojekt „Layers of Inscribed Meaning: Toward a Typology and Digital Corpus of Inscriptions in Tibetan Buddhist Sacred Art“, das für einen Postdoc in Vollzeit mit Expertise in klassischem Tibetisch, tibetischer Kunstgeschichte und Epigraphik ausgeschrieben wird, verfolgt das Ziel, eine Klassifikation und Typologie tibetischer Inschriften zu erarbeiten. Grundlage hierfür ist das erste umfassende digitale Korpus von Inschriften auf tibetischen Objekten der buddhistischen Kunst.
Prof. Dr. Vincent Tournier;
Prof. Dr. Jörg Heimbel;
Prof. Dr. Simon Cubelic;
Dr. Yannick Laurent;
Dr. des. Kelsey Martini;
Fu Fan, M.A.
Forschungsprojekt im Forschungsbereich E (Migration und Übersetzung von Text)
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Höfe als Zentren textueller Migration
Im Zeitalter der Nayakas und Marathas entwickelte sich der Hof von Tanjavur in Südindien zu einem wichtigen Zentrum für die Entstehung einer neuen darstellerischen und literarischen Kultur, die durch beispiellose Experimente in den Bereichen Theater, Tanz und Musik geprägt war. Das Projekt untersucht die genre- und medienübergreifende Migration von Texten mit ihren sowohl weltlichen als auch religiösen literarischen Motiven. Durch die Verbindung philologischer, literarischer und sozialhistorischer Ansätze sollen die Prozesse der Vernakularisierung, Hybridisierung und Transkreation nachgezeichnet werden, die zur Kanonisierung neuer Repertoires führten und die vormoderne indische Kulturpolitik prägten. Der Doktorand/die Doktorandin sollte über Kenntnisse in Sanskrit und mindestens einer der für die Tanjavur-Archive relevanten indischen Sprachen (Telugu, Tamil, Marathi, Persisch) verfügen oder bereit sein, während der Promotion zusätzliche Sprachkenntnisse zu erwerben.
Dr. Elisa Ganser;
Maximilian Hoth, M.A.